Symposium "Klimawandel! Statt verdrängen - dagegen Steuern!" am 29.11.2018

(04.12.2018) Der Festsaal im Alpinen Museum war bis auf den letzten Platz besetzt. Vier Impulsreferate brachten die aktuelle Situation von Klimawandel und politischer Diskussion auf den Punkt: Dr. Christoph Mayer zum Gletscherschwund am Vernagt-Gletscher, Rudi Erlacher zum ungebremsten CO2-Anstieg, Dr. Andreas Meißner zu individuellen und politischen Verdrängungstaktiken und Dr. Max Franks zur CO2-Bepreisung.  In der Podiumsdiskussion mit jungen Aktiven in JDAV, Sektion Oberland und München und der Fachschaft Forst der TU München, mit den Referenten und später in der offenen Diskussion ging es sowohl um den individuellen Handlungsspielraum beim Klimaschutz und den Bildungsauftrag von Alpenverein und Schule, als auch insbesondere um die Verantwortung von NGOs, Unternehmen und der Politik - und das wenige Tage vor der UN-Klimakonferenz im Katowice. Hier eine treffende Zusammenfassung, verfasst von Dr. Jochen Cantner.

Wie geht's weiter? Unter Federführung von Anne-Marie Heinze (Fachschaft Forst der TU München) werden Klimaschutz-Appelle an Entscheidungsträger in der Politik verfasst. Anne-Marie Heinze ist Ansprechpartnerin für den neuen Arbeitskreis Jugend - weitere Aktivitäten werden folgen!
 

Das Symposium wurde möglich gemacht durch großzügige Spenden von Johanna und Kaspar Schwyzer (Zürich), und der DAV-Sektion München - wir danken herzlich!

 


Das VzSB-Symposium wurde von der Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV), der Fachschaft Forst der TU München und von den DAV-Sektionen München und Oberland unterstützt. Foto: Klaus Lintzmeyer


Begrüßung durch Dr. Sabine Rösler, 1. Vorsitzende des VzSB. ImVordergrund die Moderatorin des Symposiums, Dr. Jeanne Rubner, Leiterin der Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik im Bayerischen Rundfunk. Foto: Klaus Lintzmeyer


Anne-Marie Heinze (Fachschaft Forst der TU München) zum neuen Arbeitskreis Jugend. Foto: Dr. Jochen Cantner und Hanne Cornils


Rudi Erlacher, Geschäftsführender Vorsitzender des VzSB und Vizepräsident des DAV bei seinem Impulsvortrag zur Keeling-Kurve, die seit 60 Jahren den ungebremsten Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre dokumentiert. Foto: Klaus Lintzmeyer


Podiumsdiskussion mit v.l.n.r: Caroline Bennemann (Fachschaft Forst TU München), Lorenz Teply (Jugendreferent im Vorstand der DAV-Sktion München), Dr. Max Franks (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Richard Kemper (Bundesjugendleiter JDAV), Dr. Andreas Meißner (Psychiater, Psychotherapeut, Autor), Philipp Melle (DAV-Sektion Oberland, ehemals Bundesjugendleiter der JDAV). Foto: Dr. Klaus Lintzmeyer

Anmerkungen zum Koalitionsvertrag der neuen Staatsregierung

(6.11.2018) Wir freuen uns, dass die klare Haltung der in der CIPRA Deutschland organisierten Naturschutzverbände zur Rücknahme der Änderung des Alpenplans - nach der Aufgabe der Verbindungsbahn am Riedberger Horn - nun im Koalitionsvertrag (KV) vom 5.11.2018 mit einem beachtenswerten und für den Alpenschutz bedeutsamen Versprechen von CSU und Freien Wählern zur Anerkennung gekommen ist:

 

"Der bayerische Alpenraum ist ein Aushängeschild unseres Landes und ein einmaliger Natur- und Lebensraum. Wir wollen ihn schützen und besonders sensibel weiterentwickeln. Die Änderungen im Alpenplan werden wir rückgängig machen."

 

Der VzSB hatte noch kurz vor den Koalitionsverhandlungen einen gemeinsamen Brief der CIPRA-Verbände an Ministerpräsident Söder angeregt. Das Votum von über einer Million Bayern, die in diesen Verbänden organisiert sind, hat offensichtlich Wirkung gezeigt.

 

Mit der Ankündigung, darüber hinaus den Alpenraum zu schützen und besonders sensibel zu entwickeln, greift der KV die bereits bestehende Verpflichtung des Art. 2 BayNatSchG auf, der ebenfalls auf eine Initiative des VzSB zurückgeht. Wir werden diese Ankündigung beim Wort nehmen und konstruktiv begleiten.

 

Des Weiteren begrüßen wir, dass nun 10% der bayerischen Staatswälder aus der Nutzung genommen werden sollen - das wäre ein substanzieller Schritt gegen eine rückläufige Biodiversität wie auch das Bekenntnis zur Rettung der Insekten. Wichtig ist hier, dass es nicht bei der schon bestehenden unverbindlichen Einschätzung der Bayerischen Staatsforsten und damit einem bloßen ökologischen „Nullsummenspiel“ bleibt, sondern diese Flächen dauerhaft rechtlich verbindlich geschützt werden. Auch darf es hier keine „ökologische Trittbrettfahrerei“ geben, indem die bestehenden Nationalparke und Biosphärengebiete eingerechnet werden. Gerade der Alpenraum verfügt hier über ein erhebliches Potential solcher Flächen. Auch in diesen Prozess werden wir uns aktiv und aufgeschlossen einbringen.

 

Nach der Lage der Dinge - siehe den Vortrag von Dr. Andreas Segerer nach der Mitgliederversammlung des VzSB - ist es aber allein mit einer kraftvollen Semantik ("Wir wirken dem Insektensterben ... kraftvoll entgegen") nicht getan. Dafür müsste ein Großteil der bayerischen Landwirtschaft auf ein neues Gleis gesetzt werden. Die pauschale Behauptung im Koalitionsvertrag, "Bayerische Landwirtschaft ist ökologisch und nachhaltig", geht schlichtweg an der bäuerlichen Praxis vorbei und wird staatlich auch im neuen Koalitionsvertrag nicht eingefordert.

 

Von Belang für den Naturschutz ist eine Passage im Vertrag, die einen besorgniserregenden Paradigmenwechsel ankündigt:

„Wir wollen überall in Bayern der Ökologie mehr Gewicht verleihen und setzen auf die Stärkung der Naturparke. Einen dritten Nationalpark werden wir nicht realisieren.“

 

„Natur Natur sein lassen“ ist kein Ziel mehr, sondern es geht ums "Schützen durchs (kommerzielle) Nützen". Damit werden wir uns kritisch auseinandersetzen müssen, denn auch die durchaus begrüßenswerte Absicht, 10% der Wälder aus der Nutzung zu nehmen, kann den großflächigen Schutz repräsentativer Gebiete nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Der große Erfolg unserer bestehenden Nationalparke zeigt eindrucksvoll das große gesellschaftliche Bedürfnis, ungestörte und sich selbst überlassene Natur erleben zu können. Unserer Verantwortung für die Buchenwälder Mitteleuropas müssen wir gerecht werden, wie sollen wir auch sonst glaubwürdig für den Schutz des Amazonas und der anderen Urwälder eintreten.

 

Die Verlagerung der Landesplanung aus dem Finanzministerium in das Wirtschaftsministerium ist aus unserer Sicht auch nur der halbe Weg hin zum richtigen Ort im Umweltministerium.

 

Im Kapitel Klimaschutz wird die Unterstützung einer CO2-Bepreisung durch den Bund angekündigt. Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK hat sich in einem SZ-Interview noch am 30.10.2018 über den Kleinmut der Politik bei der Einführung einer CO2-Steuer ausgelassen. Es ist ein Fortschritt, dass sich die bayerische Politik dazu bekennt:

 

„Wir treten auf Bundesebene für die Ausweitung des europäischen Emissionshandels ein und befürworten Initiativen des Bundes für eine international koordinierte Einführung eines CO2-Preises.“

 

Wir unterstützen diesen mutigen Schritt. Die Alpen bieten mit Gletscherschwund und auftauendem Permafrost etc. genügend Erfahrung. Mit äußerster Dringlichkeit sind wirksame politische Mittel gegen den Klimawandel notwendig.

 

Allerdings ist die korrespondierende Passage zur CO2-Besteuerung im GroKo-Vertrag von CDU/CSU/SPD viel zu schwach – da muss man schon noch weiter anschieben - aber dafür machen wir ja unser Klimawandelsymposium "Statt verdrängen - Dagegen Steuern!"

Mitgliederversammlung 2018 mit Wahl des neuen Vorstands

(6.11.2018) Am 3.11.2018 fand die Mitgliederversammlung des VzSB im Haus des Alpinismus auf der Praterinsel statt. Auf der Agenda stand u.a. die Neuwahl der Vorstandsmitglieder nach Ablauf ihrer 3-jährigen Amtszeit. Christoph Himmighoffen, seit 10 Jahren im Vorstand und seit 3 Jahren Erster Vorsitzender, kandidierte nicht mehr. Die Mitgliederversammlung wählte Dr. Sabine Rösler zur Ersten Vorsitzenden (bisher Zweite Vorsitzende), Lorenz Sanktjohanser zum Zweiten Vorsitzenden (neu im Vorstand), Rudi Erlacher zum geschäftsführenden Vorsitzenden (wie bisher), Dr. Klaus Lintzmeyer zum Schriftleiter (wie bisher) und Dr. Wolf Guglhör zum Schatzmeister (wie bisher).

 

Lorenz Sanktjohanser, langjähriges Mitglied im VzSB, ist Jurist und war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Referats „Naturschutzrecht“ im Bayerischen Umweltministerium.

 

Christoph Himmighoffen wurde für sein langjähriges Engagement ausdrücklich gedankt. Bei seinem Wirken für den Schutz der Bergwelt ist besonders sein Beitrag gegen die geplante Skischaukel am Riedberger Horn hervorzuheben - durch eine herausragende Stellungnahme und eine Strategie unter dem Dach der CIPRA, die letztendlich zu einem politischen "Aus" für die Skischaukel geführt hat und somit nicht gerichtlich herbeigeführt werden musste. Christoph Himmighoffen hat die Reputation fortgeführt, die unser Verein mit seinen bisherigen Vorsitzenden - zuletzt Prof. Dr. Michael Suda - hatte.

 

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hielt Dr. Andreas Segerer, Schmetterlingsexperte an der Zoologischen Staatssammlung München und Präsident der Münchner Entomologischen Gesellschaft, einen Vortrag mit dem Titel: "Die Insekten sterben - eine unbequeme Wahrheit 2.0". Zum Insektensterben wird der Referent auch im kommenden Jahrbuch veröffentlichen.

Symposium "Klimawandel! Statt verdrängen - dagegen Steuern!"

Das Symposium ist bereits ausgebucht - wir bitten um Ihr Verständnis. Sie können einige Tage nach der Veranstaltung die Aufzeichnung des Symposiums auf unserer Homepage ansehen.

 

Die Alpen sind das Fieberthermometer des Klimawandels - insofern ist uns vom Verein zum Schutz der Bergwelt die Diagnose des Weltklimarats vom Anfang Oktober dieses Jahres bei der Vorstellung des Sonderberichts zum 1,5°-Ziel nicht neu: "Jetzt helfen nur noch radikale Maßnahmen!"

 

Nicht neu ist leider auch die Tatenlosigkeit der Bundesregierung, dem Klimawandel entschlossen entgegenzutreten. Trotz Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der Ausstoß der klimawirksamen Gase in Deutschland seit 2009 nicht zurückgegangen!

 

Deshalb veranstaltet der Verein zum Schutz der Bergwelt, unterstützt von der Jugend des Deutschen Alpenvereins JDAV, von der Fachschaft Forst der TUM Weihenstephan und von den DAV-Sektionen München und Oberland ein Symposium

 

"Klimawandel! Statt verdrängen - Dagegen Steuern!"
Donnerstag, 29.11.2018, 19:00 Uhr

München, Alpines Museum auf der Praterinsel
Einladung über die DAV-Sektion Oberland unter www.alpinprogramm.de/klima Code: OL-18-1334

 

Wir laden Sie dazu herzlich ein!

 

Details können Sie im Einladungsflyer und im Programm nachlesen.

Mitgliederversammlung 2018

Die Mitgliederversammlung 2018 des Vereins findet statt am 3. Novemer 2018 ab 10.00 Uhr auf der Praterinsel in München im Haus des Alpinismus. Die Einladungsunterlagen erhalten die Mitglieder rechtzeitig postalisch. Im Anschluss an die Versammlung hält Dr. Anderas Segerer ab 12:30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel: "Die Insekten sterben - eine unbequeme Wahrheit 2.0". Das Einladungsschreiben können Sie hier einsehen.

Großdemonstration "Mia ham's satt!"

(19.9.2018) Am 6. Oktober findet in München die Großdemonstration "Mia ham´s satt!" statt. Informationen zur Demonstration finden sie hier.

Forschungssymposium Nationalpark Berchtesgaden

(19.9.2018) Am 4. und 5. Oktober findet im Haus der Berge in Berchtesgaden ein Forschungssymposium "Nationalparke - Quelle der natürlichen Dynamik" statt. Weitere Infomationen finden sie hier.

Exkursion zur Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

(4.8.2018) Am 31. Juli 2018 war das Bayerische Kabinett auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze. Der VzSB war schneller. Am 23. Juli 2018 führte uns die zweite Exkursion dieses Jahres zu den Wissenschaftlern auf 2650 m Höhe. Während sich die Bayerische Politik dort oben von einem Dritten Nationalpark in Bayern verabschiedete, überzeugten uns die Messungen von Permafrost im Inneren der Zugspitze, des CO2 in der Atmosphäre und viele anderen Messungen, die uns vorgestellt wurden, davon, dass es nicht am Wissen liegt, wenn wir viel zu wenig Umwelt- und Naturschutz betreiben. Wir werden voraussichtlich auch 2019 die Messstation besuchen.

Exkursion „Bergflora und Almen im NSG Geigelstein“

Am 8. Juli 2018 fand die VzSB-Exkursion „Bergflora und Almen im NSG Geigelstein“ statt, erstmals als Gemeinschaftsexkursion mit der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Das Naturschutzgebiet Geigelstein besteht bereits seit 1991 und ist durch seinen außergewöhnlichen Reichtum an Pflanzenarten als „Blumenberg des Chiemgaus“ bekannt.

Die Exkursionsleitung übernahmen Stefan Kattari (Botaniker und Leiter des Museums Salz & Moor bei Grassau), Dr. Sabine Rösler (2. Vorsitzende des VzSB) und Alfred Ringler (Autor der VzSB-Publikation „Almen und Alpen – Höhenkulturlandschaft der Alpen“). Fachlich begleitet wurden sie von Dr. Hans Smettan, in den Jahren 1989 bis 2004 Schriftleiter des VzSB und Autor mehrerer vom VzSB herausgegebenen Publikationen über die Pflanzenwelt des Kaisergebirges.

Start der Exkursion war in Schleching (610m ü. NN), das 2017 in den Kreis  der Bergsteigerdörfer aufgenommen worden war. Beginnend bei den kargen Resten an Buckelwiesen mit Kalkmagerrasen auf den Schuttkegeln zwischen Schleching und Ettenhausen und einer anregenden Diskussion über die unterschiedlichen Auffassungen der Begriffe „Natur“ und „Kulturlandschaft“ ging es auf einem abwechslungsreichen Weg zunächst gemütlich durch Buchenwald bis auf die Höhe der Blasialm. Später im Bergmischwald entdeckten wir zwei schmarotzende Orchideenarten, die selbst erfahrene Botaniker nicht oft zu sehen bekommen: den Blattlosen Widerbart (Epipogium aphyllum) und die Gewöhnliche Korallenwurz (Corallorhiza trifida). Auf der Haidenholzalm (1345m ü.NN) wurden wir herzlich von Almerin Connie, tatkräftig unterstützt von Thomas, empfangen, die uns mit Brotzeit und Kuchen vorzüglichst bewirteten.

Unweit oberhalb der Almhütten zeigte uns Stefan Kattari Campanula thyrsoides, die Strauß-Glockenblume. Campanula thyrsoides kommt in den Bayerischen Alpen außerhalb des Allgäus nur an wenigen Stellen vor, u. a. im Rotwandgebiet. Umkehrpunkt war der Übergang von kalkreichen Gesteinen (Hauptdolomit und Plattenkalk) zu den kalkärmeren Gesteinen auf dem Weg zum Weitlahnerkopf-Gipfel (Kössener Schichten, Rätkalk, Roter Liaskalk, Kieselkalk), wo großflächig Borstgrasrasen vorkommen. Hier ergab sich nochmals die Gelegenheit, über die Kulturlandschaft Alm, die Folgen einer zu geringen Weideintensität und die Notwendigkeit der Weideführung zu diskutieren. Der Heimweg ging über Alm- und Forststraßen, was bei einigen Teilnehmern zu erheblichen Knieschnagglern führte. Eine heitere und lehrreiche Exkursion mit insgesamt 35 Teilnehmern – siehe Foto (K. Lintzmeyer).

Klage gegen Alpenplanänderung eingereicht

Im Verfahren zur Errichtung einer Skischaukel am Riedberger Horn, das sich nun schon über Jahre hinzieht, hat der VzSB von Anfang an die Auffassung vertreten, dass eine Änderung des Alpenplans und spätere Bau- und naturschutzrechtliche Genehmigungen beklagt werden müssten. Dieser Auffassung haben sich die anderen Naturschutzverbände angeschlossen. Diese Klagen sind durch die Erklärung des Ministerpräsidenten Söder, in den nächsten 10 Jahren werde die Skischaukel nicht gebaut, nicht obsolet geworden.
 

Wir sind daher dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz sehr dankbar, dass sie - aus Kostengründen stellvertretend für die anderen Verbände - Normenkontrollklage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof erhoben haben. An der Klagebegründung hat der VzSB intensiv mitgearbeitet. Die Klagebegründung finden Sie auf der Seite des Bund Naturschutz..

Bergfrühling im Alpenpflanzengarten

(15.5.2018) Zum Saisonstart hatte das Gartenteam Besuch von Michael Pröttel, der eigens für ein Interview zur Frühlingsflora nach Vorderkaiserfelden aufgestiegen ist. Das Interview wurde am 12.5. in der Wochenendausgabe des Münchner Merkur abgedruckt. Lesen Sie hier

 

Exkursion zur Umweltforschungssation Schneefernerhaus auf der Zugspitze

(11.5.2018) Der VzSB lädt auch in diesem Jahr ein zur Exkursion zur „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ auf die Zugspitze. Die Exkursion findet statt am Montag, den 23. Juli 2018. Weitere Informationen zum Ablauf sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

VzSB-Exkursion: Bergflora und Almen im NSG Geigelstein

(21.3.2018) Unsere diesjährige Vereinsexkursion findet am 8. Juli im Geigelstein-Gebiet statt, erstmals als Gemeinschaftsexkursion mit der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Infomationen zur Exkursion sowie zur Anmeldung finden sie hier.

Wir wandern vom Bergsteigerdorf Schleching (610m ü. NN) hinauf zur Haidenholzalm (1345m ü.NN), erkunden die Pflanzenwelt und genießen die landschaftliche Schönheit der Chiemgauer Alpen. Die Exkursionsleitung übernehmen Stefan Kattari (Botaniker und Leiter des Museums Salz & Moor bei Grassau), Dr. Sabine Rösler und Alfred Ringler.

Treffpunkt: 8. Juli, Bhf. Bernau 8.00 Uhr; ÖPNV: Abfahrt M-Hbf. 6.55 Uhr (Meridian; wegen Baustellen bitte aktuellen Fahrplan beachten), Ankunft Bhf. Bernau 7.57 Uhr. Von Bernau nach Schleching werden Fahrgemeinschaften gebildet, deshalb Anmeldung unter info(at)vzsb(dot)de erforderlich. Bitte Wetterschutz und Rucksackverpflegung mitbringen, ggf. Sonnenschutz. Ausdauer und Trittsicherheit erforderlich.

Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden für die Sommersaison geöffnet

(25.4.2018) Ab sofort hat unser Alpenpflanzengarten wieder seine Gartentür geöffnet.
Zur Zeit sind fünf Primel-Arten in voller Blüte zu sehen: die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior), die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), die Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris), die pinkfarbene ostalpine Clusius'-Primel (Primula clusiana) und die Aurikel (Primula auricula; auf bayrisch "Gamsbleamerl"). Neben Silberwurz (Dryas octopetala) und Buchsblättrigem Kreuzblümchen (Polygala chamaebuxus) blüht auch schon das Berghähnlein (Anemone narcissiflora).

Berghähnlein (Anemone narcissiflora), (Foto: H. Staudacher)

 

 

Verzicht auf Skischaukel am Riedberger Horn

(13.4.2018) „Auf die Skischaukel wird für mindestens zehn Jahre verzichtet“, so Ministerpräsident Dr. Söder auf seiner Pressekonferenz am 6. April. Er wolle „Ruhe und Frieden“ in der Region und einen Tourismus, bei dem das „Naturerlebnis“ im Vordergrund stehe.

Das wollen wir auch. Dafür haben wir seit mehr als drei Jahren am Riedberger Horn gekämpft. Die klare Absage an die Erschließungspläne zeigt, dass dieser Kampf sich gelohnt hat. Wir sind dankbar, wenn anscheinend mit dem höheren Amt höhere Einsicht verbunden ist.

Erinnern wir uns, es war der Finanzminister Söder, zuständig für die Landesplanung, der die Skischaukel gegen alle fachlichen und rechtlichen Einwände wild entschlossen durchziehen wollte und der sie noch im November 2017 bei der Änderung des Alpenplans als alternativlos bezeichnete.

Deshalb werden wir weiter wachsam bleiben, ob diese politische Zusage auch wirklich eingelöst wird und deshalb muss die Klage gegen die Änderung des Alpenplans weiter verfolgt werden, zumindest bis diese Absage an die Skischaukel auch rechtlich abgesichert ist. Welche Verlässlichkeit politische Zusicherungen haben, kann ja die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten am 18. April zeigen, wenn es um die Pläne zum dritten Nationalpark geht.

Dennoch, bei aller Skepsis, die sich einstellen kann, wir freuen uns über das Ende der Erschließungspläne am Riedberger Horn und sichern den Gemeinden auch weiterhin unsere Unterstützung bei der Entwicklung eines wirklich naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus zu.

Liebe Mitglieder und Freunde des VzSB, wir haben diesen Kampf nicht allein geführt, das Bündnis der Naturschutzverbände unter Koordination durch die CIPRA hat hier sehr erfolgreich zusammen gearbeitet. Und spät, aber nicht zu spät ist der Freundeskreis Riedberger Horn aus dem Allgäu dazugestoßen und hat der Politik aufgezeigt, dass es auch in der Region polititisch engagierte Naturschützer gibt.

Dank gilt aber auch den vielen einzelnen Unterstützern, viereinhalbtausend Einwendungen wollen erst einmal geschrieben werden! Ein Dank gilt aber auch der früheren Umweltministerin Ulrike Scharf, deren klare und fachlich fundierte Absage an die Ausbaupläne uns immer wieder in unserer Haltung bestärkt hat, und die ihre am verfassungsrechtlichen Auftrag orientierte Haltung letztlich mit ihrem Job bezahlen musste.

Normenkontrollklage gegen Alpenplanänderung eingelegt

(6.4.2018) Der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Normenkontrollklage gegen die Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn eingelegt. Der Alpenplan ist Teil des Landesentswicklungsprogramms (LEP), dessen umstrittene Novelle am 1. März 2018 in Kraft getreten ist. Der Alpenplan definiert Ruhe- und Erschließungszonen im bayerischen Alpenraum.
Die Klage von BN und LBV wird von einem breiten Bündnis von Alpin- und Umweltverbänden unterstützt, so auch vom Verein zum Schutz der Bergwelt. Hier weitere Informationen in der Pressemitteilung.

Pressekonferenz am 6.4.2018, links im Bild Christoph Himmighoffen, 1. Vorsitzender des VzSB (Foto: F. Lintzmeyer)

Pressegespräch am 6.4.2018 – Klage gegen Alpenplanänderung am Riedberger Horn

(29.3.2018) Der BUND Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz reichen Normenkontrollklage gegen die LEP-Änderung beim Verwaltungsgerichtshof München ein. Unterstützt wird die Klage von CIPRA Deutschland, Deutscher Alpenverein, Naturfreunde Bayern, Gesellschaft für ökologische Forschung, Mountain Wilderness und des Verein zum Schutz der Bergwelt. Die Presseeinladung finden Sie hier.

Bürgerwettbewerb „Naturschönheiten Bayerns“ der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf unter Beteiligung des Vereins zum Schutz der Bergwelt

(14.2.2018) Im Jahr 2018 feiert Bayern zwei Ereignisse: 200 Jahre Verfassungsstaat und 100 Jahre Freistaat. Im Rahmen dieses doppelten Jubiläums veranstaltet das Umweltministerium einen Bürgerwettbewerb „Naturschönheiten Bayerns“. Sie können online (www.naturschoenheiten.bayern.de) Ihre Stimme für Bilder von Bayerns Naturschönheiten abgeben – und nehmen damit an der Verlosung feiner Preise teil. Der Fundus der Bilder, aus denen ausgewählt werden kann, aber auch die Preise werden von den anerkannten Naturschutzverbänden zur Verfügung gestellt, u.a. vom Verein zum Schutz der Bergwelt.

Die Naturschutzverbände bewahren, was nun der Feier dient

Die Feier des Gegensätzlichen gehört zum modernen Bayern (www.wir-feiern.bayern). 200 Jahre monarchische Verfassung von 1818 und deren Abschaffung 1918 mit der Ausrufung des Freistaats durch den „Revolutionär und Ministerpräsidenten“ Kurt Eisner – das geht nun im doppelten Jubiläum zusammen. Der Historiker Johannes Merz schreibt in „Freistaat Bayern – Metamorphosen eines Staatsnamens“: „Seit den späten 1950er Jahren entstand als neuer Sinngehalt des Freistaat-Begriffs die Konnotation des weiß-blauen, „widerspenstigen“ Bayern“. „Widerspenstig“ passt zum bayerischen Bild, weniger passt dazu, dass die „widerspenstigen Bayern“ 1918 zuerst einmal „die Roten“ waren. Aber das ist weithin vergessen.

Ob Geschichte oder Natur – was dem Image Bayerns dient, es soll im Lichte des Zeitgeistes heller leuchten. Auch die bayerische Natur will man zur Doppelfeier von ihrer besseren Seite zeigen. Umweltministerin Ulrike Scharf hat deshalb einen „Bürgerwettbewerb“ um das schönste Bayern-Bild ausgelobt. Die „anerkannten Naturschutzverbände“ sollten dazu aus ihrem Fundus und dem ihrer vortrefflichen Fotografen eine umfangreiche Sammlung von Bildern vorschlagen, aus der dann in einem Online-Verfahren die Bürger die 100 schönsten auswählen können.

Aus jenen Teilnehmern, die das Allerschönste gekürt haben, werden die Preisträger ausgelost – die Preise stammen von eben diesen Verbänden. Der Verein zum Schutz der Bergwelt hat da gerne mitgemacht. Wir erinnern aber daran, dass zwar „die CSU die Partei ist, die das schöne Bayern erfunden hat“, wie der SZ-Journalist Herbert Riehl-Heyse einmal mit subtiler Ironie bemerkt hat, die Naturschutzverbände aber jene sind, die im Bewahren des „schönen Bayern“ immer wieder in Konflikt mit der Bayerischen Staatsregierung geraten – wie jetzt am „Riedberger Horn“ im Allgäu. Wir feiern mit Umweltministerin Scharf diesen Widerspruch, auch weil sie selbst diesen Widerspruch aushält. Das Riedberger Horn ist übrigens auch in der Auswahl…

 

Die Preise, die der Verein zum Schutz der Bergwelt zur Verfügung stellt:

  • Teilnahme an einer geführten Skitour im Allgäu bei geeigneten Skitourenbedingungen im Skiwinter 2018/2019.
  • Führung durch den Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden, bei der Vorderkaiserfeldenhütte (DAV) im Zahmen Kaiser bei Kufstein. Eingeschlossen ist eine Übernachtung für 2 Personen incl. Halbpension auf der Vorderkaiserfeldenhütte.
  • 5 Jahrbücher des Vereins zum Schutz der Bergwelt e.V.
  • 5 attraktive Alpenpflanzenplakate in der Größe DIN A 1 oder DIN A 2

Murenabgang unweit des Riedberger Horns

(7.2.2018) Im Skigebiet Bolsterlang im Oberallgäu kam es am 23.01.2018 zu einem schweren Murenabgang. An einer Stütze der Hörnerbahn rutschten etwa 1.000 Kubikmeter Geröll und Erdreich talwärts. Bis Liftstütze und Gelände gesichert sind, bleibt das Skigebiet geschlossen, voraussichtlich für einige Wochen. Das betroffene Gebiet befindet sich weniger als vier Kilometer Luftlinie von der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn entfernt, die die Skigebiete Grasgehren und Balderschwang verbinden soll. Sowohl das Bolsterlanger Skigebiet als auch das Riedberger Horn liegen in der Flyschzone der Hörnergruppe, einem geologisch instabilen Gebiet, das für seine Hangrutschungen bekannt ist. So wird zum Beispiel immer wieder die Riedbergpasstraße verschüttet. Oberhalb dieser Passstraße sollen nun Lift und Piste der neuen Skischaukel angelegt werden, obwohl Pistenbauten in labilem Gelände nach der Alpenkonvention verboten sind. Die Alpenkonvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der auch in Bayern gilt. Um die Skischaukel am Riedberger Horn zu ermöglichen, hat die Bayerische Staatsregierung sogar eigens dieses Gebiet aus der Zone C ("Ruhezone") des Bayerischen Alpenplans herausgenommen.

 

Christoph Himmighoffen, Erster Vorsitzender des VzSB, hierzu in der Süddeutschen Zeitung am 30.01.2018:

 

"Deutschland hat die Alpenkonvention unterzeichnet, deshalb muss sich Bayern an die Vorgaben darin halten", sagt VzSB-Chef Christoph Himmighoffen. "Und da die Alpenkonvention neue Bergbahnen und Skipisten an instabilen Bergen wie dem Riedberger Horn klar verbietet, darf auch die Skischaukel dort nicht gebaut werden." Bislang habe sich die Staatsregierung und allen voran der designierte Ministerpräsident Markus Söder um "eine klare Absage" herumgedrückt. "Aber das ändert nichts an der Rechtslage", sagt Himmighoffen, "und auch nicht daran, dass die Skischaukel die Gefahr von Murenabgängen am Riedberger Horn beträchtlich erhöht."
 

Hier der vollständige SZ-Artikel: www.sueddeutsche.de/bayern/allgaeu-schlammlawine-legt-skigebiet-in-bolsterlang-lahm-1.3846594)
Auch der BR berichtete: www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/sanierungsarbeiten-an-hoernerbahn-verzoegern-sich-nach-mure100.html

Jahrbuch 2018 erschienen

(12.1.2018) Das Jahrbuch des Vereins ist soeben erschienen. Unsere Mitglieder erhalten das Jahrbuch in diesen Tagen. Unter Publikationen können Sie das Inhaltsverzeichnis einsehen.

Das Langtauferstal/Südtirol als Ruhegebiet gerettet

(21.12.2017) Am 19.12.2017 hat die Südtiroler Landesregierung den Plänen einer Skigebietsverbindung zwischen dem Kaunertal/Tirol und dem Langtauferstal/Vinschgau (Melag) eine Abfuhr erteilt. Mit dieser frohen Botschaft freut sich auch der VzSB zusammen mit seinen befreundeten Verbänden in Südtirol, dass die politisch Verantwortlichen in Südtirol aufgrund ihrer eigenen Experten-Gutachten (Umweltbeirat) entschieden haben, das Langtauferstal weiterhin als bedeutsames alpines Ruhegebiet für die sanften Tourismusformen zu erhalten und die „hohe ökosystemare und ökologische Bedeutung des Tales aufgrund der ökologisch sehr bedeutsamem Lebensraum-, Rückzugs- und Verbundfunktionen für zahlreiche Tier und Pflanzenarten“ und dies in „einer ausgesprochen reizvollen Landschaft“ weiterhin zu schützen - und das ist bemerkenswert - , obwohl bei dem Skigebietsprojekt „keine ausgewiesenen Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, Natura 2000- oder UNESCO-Gebiete direkt beeinträchtigt sind.“.


Krokuswiesen bei Melag/hinteres Langtauferstal/Vinschgau (Foto: Archiv VzSB)


Der Südtiroler Umweltbeirat erinnert in seinem Gutachten zu dem Skigebietsprojekt in der hochalpinen und nivalen Zone u.a. daran, dass „es wissenschaftlich umfassend belegt ist, dass dieser Höhenzone eine herausragende geologische, hydrogeologische, biologische und landschaftsökologische Sensibilität zufällt. Die Sensibilität ist durch die extremen, standortklimatischen Bedingungen geprägt, die ihrerseits durch eine kurze Vegetationsperiode, die geringe Bodenmächtigkeit, die Anfälligkeit für Erosionsphänomene, die Steilheit und den besonderen Stellenwert des Wasserhaushaltes gekennzeichnet ist.“

Der VzSB hatte sich am 17.9.2017 in einem offenen Brief an die Südtiroler Landesregierung sowie an die Südtiroler Medienvertreter in das Genehmigungsverfahren eingemischt und „die Pläne einer skitechnischen Verbindung zwischen dem Kauner- und dem Langtauferstal scharf kritisiert und hatte sich dabei auch Südtiroler Verbänden angeschlossen. Der VzSB appellierte an die Südtiroler Landesregierung, sich dem eindeutig negativen Gutachten des amtlichen Südtiroler Umweltbeirats anzuschließen und das Langtauferstal sozusagen als Ruhezone, die über Jahrzehnte bis jetzt erhalten wurde, auch weiterhin zu erhalten. Eine Ablehnung erfülle nicht nur die Südtiroler Naturschutzbestimmungen, sondern auch die Verpflichtungen aus der Alpenkonvention und ihrer Protokolle.“

Solch eine Entscheidung wie in Südtirol hätte man sich auch bei der kürzlich umstrittenen Änderung des Alpenplanes wegen der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn gewünscht, dass sich die Bayerische Staatsregierung und der Bayerische Landtag Experten-Gutachten angeschlossen und entsprechend entschieden hätte.

CIPRA verleiht Deutschen Alpenpreis an Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl

Am 24. November wurden Sylvia Hamberger und Dr. Wolfgang Zängl von der CIPRA Deutschland in München mit dem Deutschen Alpenpreis für Ihre langjährigen Verdienste geehrt (Pressemitteilung der CIPRA). In der von Hamberger und Zängl vor über 40 Jahren gegründeten Gesellschaft für ökologische Forschung haben die beiden die zum Teil drastischen Veränderungen der Umwelt und gerade auch des alpinen Raumes dokumentiert. In Ausstellungen und Veröffentlichungen haben sie den Wandel der Bergwelt einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht. Der dokumentierte Gletscherschwund über mehrere Jahrzehnte steht beispielhaft für ihre Arbeit und die Veränderung der alpinen Landschaft. (28.11.2017)


Der 5. Alpenpreis geht an Sylvia Hamberger (2. v.l.) und Dr. Wolfgang Zängl (3. v.l.). V.l.n.r. Rudi Erlacher (DAV-Vizepräsident und VzSB-Vorstandsmitglied), Richard Mergner (Landesbeauftragter BUND Naturschutz in Bayern e.V.), Erwin Rothgang (Präsident CIPRA), Prof. Dominik Siegrist (Hochschule Rapperswil (CH))

Änderung des Alpenplans im Landtag beschlossen

Wie nicht anders zu erwarten, haben sich Söder und die Mehrheitsfraktion auch im Landtag nicht von den besseren Argumenten und der Rechtslage beeindrucken lassen. Nach dem Prinzip, „mia san di Mehran, mia san di Schweran“ ziehen sie das Projekt durch. Nachdem dies im Wege der Einzelgenehmigung gescheitert ist, wird nun einfach das Gesetz geändert. Aber der Kampf geht weiter. Die Naturschutzverbände, auch wir, sind entschlossen zu klagen.

Hier der Beschlusstext zur Verordnung zur Änderung der Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP): "…Anhang 3 (zu 2.3.3) Alpenplan Blatt 1 des LEP wird dahingehend geändert, dass die Fläche in der Zone C im Alpenplan, die für das Vorhaben am Riedberger Horn (Bergbahn und Skipiste) erforderlich ist (ca. 80 ha), künftig der Zone B im Alpenplan zugeordnet wird. Gleichzeitig werden naturschutzfachlich wertvolle Flächen am Bleicherhorn sowie am Hochschelpen mit einer Gesamtfläche von rund 304 ha, die sich in der Zone B befinden, künftig der Zone C zugeordnet.

Das Protokoll der Plenardebatte vom 9.11.2017 ist hier abrufbar. Hier können Sie entnehmen, wie Ihr/e Landtagsabgeordnete/r bei den Anträgen "Keine Änderung des Alpenplans zugunsten wirtschaftlicher Einzelinteressen" und "Schönheit der Bayerischen Alpen bewahren - Unberührte Ruhezonen erhalten" abgestimmt haben.

Reaktionen der Presse:
Süddeutsche Zeitung: Lex Balderschwang
Alpin: CSU-Mehrheit macht Weg für die umstrittende Skischaukel frei
Alpin: Änderung des Alpenplans: Droht der Dammbruch?
BR Rucksackradio: Alpenplan ausgehebelt
Bayern 2 Radio: Änderung des Alpenplans bedroht die bayerische Identität

Eine lokale Bewegung, die sich zu einem „Freundeskreis des Riedberger Horn“ zusammen geschlossen hat, hat eine Online-Petition gestartet. Bitte beteiligen Sie sich daran: https://weact.campact.de/petitions/die-alpenkonvention-darf-nicht-sterben (14.11.2017)

VzSB beim Bayerischen Trialog zur Biodiversität

Am 18.11. findet in Ingolstadt der Bayerische Trialog zur Biodiversität statt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, interessierte Jugendliche mit Artenkennern und Naturschutzverbänden zu vernetzen. Auch der VzSB ist mit einem Infostand dabei. Programm (7.11.2017)

Protestaktion Riedberger Horn

Am Donnerstag den 9.11. wird der Bayerische Landtag über die Änderung des Landesentwicklungsprogramms - und damit die Änderung des Alpenplans respektive über das Riedberger Horn - beraten und beschließen. Es ist vor dem Landtag eine gemeinschaftliche Protestaktion der Umweltverbände geplant. Der nähere Ablauf der Protestaktion wird vor Ort besprochen. Bitte geben Sie uns für die Planung per Email Bescheid, wenn Sie daran teilnehmen können. (3.11.2017)

Zeitplan am 9.11.:
08.15 - 08.45 Uhr  Protestaktion am Maxmonument in der Maximilianstraße
09.00 Uhr Beginn der Plenardebatte im Landtag

Protestaktion Reidberger Horn Alpenplan
Protestaktion am 9.11.2017 - mit dabei der VzSB-Vorstand und etliche Mitglieder (Foto: Heinz Staudacher)

Offener Brief an die Mitglieder der Südtiroler Landesregierung

In Südtirol wird die skitechnische Erschließung des Langtauferer Tals mit einer Verbindung ins Kaunertal diskutiert. In einem offenen Brief an die Mitglieder der südtiroler Landesregierung spricht sich der VzSB entschieden gegen diese Pläne aus. (17.9.17)

Mitgliederversammlung des Vereins mit anschließendem Vortrag

Am 14. Oktober 2017 findet ab 10.00 Uhr die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins auf der Praterinsel in München statt. Im Anschluss an die Versammlung zeigt Dr. Thomas Schauer in einem Diavortrag "Pflanzen und Landschaftsbilder der Andenhochlagen (3500 - 5000m) aus Bolivien, Chile, Ecuador und Peru". Gäste sind zum Vortrag ab 12:30 Uhr herzlich eingeladen. Einladungsunterlagen erhalten die Mitglieder des Vereins in den nächsten Wochen postalisch. (29.8.2017)

Exkursion zur Schönleitenalm

Am 15.7.2017 fand unter Leitung von Josef Faas und Alfred Ringler hervorragende Kenner der Almwirtschafts-Thematik, die sehr gut besuchte Exkursion des Vereins zur beeindruckend in steiler Südhanglage liegenden Schönleitenalm im Risserkogelgebiet/Mangfallgebirge statt. Mit dabei waren auch Vertreter der Almwirtschaft, der örtlichen Almwirtschaftsbehörde sowie der Redaktion Rucksackradio des Bayerischen Rundfunks.

Die Teilnehmer erhielten anfangs fachliche Erläuterungen zur Schwemmlingsflora in der naturnahen Wildbachaue des Bernauer Baches. Dann ging es über locker bestockte Grashänge zur privaten Schönleitenalm (1270 m; 35 ha Lichtweide, 65 ha Waldweide). Diese ist mit einem Fußsteig erschlossen und mit Galtvieh bestoßen. In interessanten fachlichen Beiträgen wurden die Teilnehmer zur Almflora, Geologie (Hauptdolomit), zur Bedeutung der Waldweide, zur Schutzwaldsanierung, zur allgemeinen Almproblematik sowie zur Almförderpolitik informiert. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zu den Konflikten Erosionsschutz, Almwirtschaft und forstlichen Interessen.

Dabei kamen auch neue Forschungsergebnisse zum Humusschwund im Bergwald zur Sprache. Nach einer großangelegten Bodenhumusinventur mit 170 Wald- und 52 Almbodenprofilen in den östlichen Bayerischen Alpen (Christophel 2015) ergab sich im Vergleich mit Ergebnissen von 1976 (Neuerburg 1977; Röhle 1977; Bochter et al. 1981): Die organischen C-Vorräte (organische Auflage + Mineralboden bis 30 cm Tiefe) nahmen in den Wäldern im Mittel um 17 % ab, in bewirtschafteten Waldböden sogar bis zu 78 %, auf den Almen (stabilere C-Bindungsformen) dagegen nur um 7 %. Die Humusverluste seien vermutlich eine Folge der Erwärmung durch den Klimawandel.

Aus Zeitgründen konnte das wichtige Thema “große Beutegreifer“, insbesondere der Wolf, nicht diskutiert werden. Alle Teilnehmer waren von der Exkursion beeindruckt. Am Sa 29.7.17 von 6-8 Uhr wird auf Bayern 2 im Rucksackradio über die Eindrücke bei der Exkursion berichtet (zum Bericht , ab Minute 1:20). (19.7.2017)

Exkursion zur Schönleitenalm/Risserkogel/Mangfallgebirge 2017 (Foto: Klaus Lintzmeyer)

Geplante Änderung des Alpenplans - Brief an die Abgeordneten

Die Naturschutzverbände Bund Naturschutz, Deutscher Alpenverein, Landesbund für Vogelschutz, Naturfreunde, Mountain Wilderness und VzSB haben im Zusammenhang mit der geplanten Änderung des Alpenplans ein gemeinsames Schreiben an alle Mitglieder des Bayerischen Landtags geschickt. Darin werden die Abgeordneten nochmals explizit auf die Haltung der Verbände hingewiesen und gebeten, sich bei der Abstimmung für den Erhalt des Alpenplans einzusetzen. (9.6.17)

Protestaktion zur Rettung der Klamm Eisenbreche an der Ostrach

Mountain Wilderness Deutschland spannte ein Banner gegen den Bau einer Staumauer in der Eisenbreche im Allgäu. Die Klamm im Hintersteiner Tal im Allgäu ist durch den geplanten Bau eines Wasserkraftwerkes gefährdet. Mit einer Protestpostkarte können auch Sie Ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Die Postkarten können Sie auf der Seite von Mountain Wilderness Deutschland kostenfrei beziehen. (8.6.17)

DAV-Kampagne "Danke Alpenplan"

In Zusammenhang mit der vom Ministerrat geplanten Änderung des Alpenplans startet der Deutsche Alpenverein eine Kampagne, in welcher die Schönheit der bayerischen Berge und die Wirksamkeit des Alpenplans dargestellt werden. Alle weiteren Infos finden Sie direkt auf der Seite des DAV „Danke Alpenplan“. (1.6.2017)

Exkursion zur Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Am 9. Mai fand die Exkursion des Vereins zur Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf dem Zugspitzplatt statt. Der Forschungskoordinator der Station Dr. Till Rehm führte die Teilnehmer durch das Gebäude und erläuterte die Geschichte des Hauses sowie die verschiedenen Forschungsprojekte. Die Exkursionsplätze waren restlos belegt und die Teilnehmer von der Vielseitigkeit der Forschungsprojekte sowie der Führung begeistert. Wegen des großen Interesses planen wir für nächstes Jahr eine Wiederholung der Exkursion. (10.5.17)

Schneefernerhaus 2017Exkursion zur Umweltforschungsstation Schneefernerhaus 2017 (Foto: Klaus Lintzmeyer)

Vorstandsmitglied Dr. Klaus Lintzmeyer erhält Umweltpreis

Unser Schriftführer Dr. Klaus Lintzmeyer hat am 3. Mai in der Vitalwelt Schliersee den „Anton-Bauer-Umweltpreis“ der SPD des Landkreises Miesbach für sein Engagement im Naturschutz verliehen bekommen. Der Sozialdemokrat Anton Bauer war von 1952-1955 Landrat im Kreis Miesbach und hat früh die Bedeutung des Umwelt- und Naturschutzes erkannt. Entschlossen hat er bedeutende Teile des Landkreises als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.

In der Laudatio würdigte der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn das hohe gesellschaftliche Engagements des Preisträgers und ließ seine Naturschutz-Vita Revue passieren – und bezog die Aktivitäten seiner Frau Anneliese Lintzmeyer mit ein, die schon vor einigen Jahren den Anton-Bauer-Preis erhalten hat. Zur aktuellen Verleihung berichtete der Miesbacher Merkur.

Dr. Klaus Lintzmeyer ist Vorstandsmitglied des Vereins und als Schriftführer verantwortlich für das Jahrbuch. In seiner Dankesrede widmete er sich u.a. den bisher ergebnislosen Anstrengungen, das Rotwandgebiet als Naturschutzgebiet auszuweisen. Sein Resümee: „Es ist über Jahrzehnte … schon alles und mehrfach von Privatpersonen, von NGOs und von Fachbehörden gesagt worden. Wir brauchen jetzt keine neuen Aktivitäten von Privatpersonen und NGOs. Jetzt sind zur Umsetzung die Fachbehörden und die Politik dran, mit allen Beteiligten einen Kompromiss zu schmieden.“

Der Verein gratuliert dem Preisträger herzlich. (5.5.2017)

Exkursion zur "Umweltforschungsstation Schneefernerhaus" auf die Zugspitze am 9. Mai 2017

Der VzSB lädt ein zur Exkursion zur "Umweltforschungsstation Schneefernerhaus" auf die Zugspitze am 9. Mai 2017. Weitere Details zum Ablauf sowie zur Anmeldung entnehmen Sie bitte dem Exkursionsfaltblatt. (21.4.2017)

VzSB-Publikationen in der Online-Datenbank ZOBODAT

Inzwischen sind auch die Artikel unserer Jahrbücher, Berichte und Nachrichten als einzelne PDF-Dateien verfügbar. Alle Beiträge zwischen 1901 und 2013 können nun in ZOBODAT gesucht und heruntergeladen werden. ZOBODAT ist eine zoologisch-botanische Datenbank mit Sitz am Oberösterreichischen Landesmuseum. (18.4.2017)

Saison im Alpenpflanzengarten eröffnet

Seit Palmsonntag hat unser Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden wieder geöffnet, aufgrund der Vegetationsentwicklung heuer besonders früh. Schon jetzt lohnt sich ein Besuch! Gerade blühen die Primeln um die Wette: in Hellgelb die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) und die Schaftlose Primel (Primula vulgaris), in kräftigem Rosa die Clusius-Primel (Primula clusii), ein Endemit der Nördlichen Kalkalpen, der seine westliche Arealgrenze in den Berchtesgadener Alpen erreicht. (10.4.2017)


Primula clusii im Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden (Foto: Heinz Staudacher)

Ministerrat beschließt Aufweichung des Alpenplans

Am 22. März 2017 endete die äußerst knapp bemessene Frist, zur Änderung des Alpenplans Stellung zu nehmen. Gegen diese Änderung haben sich nicht nur Naturschutzverbände in fundierten Stellungnahmen ausgesprochen, sondern auch andere Verbände und Institutionen wie der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der Bund Deutscher Architekten (BDA, LV Bayern), der Verband Beratender Ingenieure (VBI, LV Bayern), die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL, LG Bayern), die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL, RG Bayern) und die Bayerische Akademie Ländlicher Raum (ALR). Hier zur Stellungnahme des VzSB.

Zusätzlich haben viele tausend Bürger, darunter auch viele Mitglieder des VzSB, ablehnend Stellung genommen. In nur drei Arbeitstagen, einem Zeitraum, der kaum ausreicht, all diese Schreiben auch nur zu lesen, hat die Staatsregierung sich mit diesen Einwänden auseinandergesetzt und sie am 28. März durch Ministerratsbeschluss verworfen. Ein Verfahren, das unser langjähriges Mitglied Dr. Eberhard Pfeuffer zu einem sehr bemerkenswerten, persönlichen Schreiben an Ministerpräsident Seehofer veranlasst hat. Darin teilt er mit, sein "Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern", verliehen für sein Engagement im Artenschutz, zurückzugeben. Dieses Schreiben und seinen Niederschlag in der Presse wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Es drückt mit Sicherheit die Stimmung vieler von uns aus.

Am 27.04.2017 findet im Wirtschaftsausschuss eine ganztägige Anhörung zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) statt, am 22.06.2017 im Umweltausschuss eine Anhörung zu "Erhaltung und Weiterentwicklung des Alpenplans zum Schutz der bayerischen Alpen und als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung“. (31.03.2017)

Gemeinsame Presseaussendung des VzSB und BN:
"Blick unter die Schneedecke: Wie der Wintertourismus alpine Landschaften zerstört - Neue Studie erhebt erstmals alpenweit den Ökologischen Fußabdruck von Skigebieten"

In einer neuen Studie hat der bayerische Biologe Alfred Ringler die Landschaftsveränderungen des Massenskibetriebes der letzten Jahrzehnte mittels Satelliten- und Luftbildauswertungen sowie Begehungen über viele Jahre erstmals alpenweit erfasst. Um die ökologischen Auswirkungen von Skigebieten quantifizieren und vergleichen zu können, wurde der "Ökologische Fußabdruck" von größeren Ski-Stationen im gesamten Alpenraum ermittelt. Dieser Eingriffsindex berücksichtigt z.B. Flächenumfang, beanspruchte Höhenbereiche, das Ausmaß an Planierungen, Geländeveränderungen und Erosionsflächen, den Anteil gerodeter Bergwaldfläche und die Nutzung ursprünglicher Alm- bzw. Grünlandfläche. Je höher der errechnete Eingriffsindex eines Skigebiets, desto größer ist seine Landschaftsbelastung.
Ringler stellt die knapp 1.000 untersuchten Skigebiete in einer Vergleichsliste zusammen, die "als punktuell noch zu präzisierender Entwurfsvorschlag... zu vervollständigen und laufend fortzuschreiben ist. Trotz seiner methodischen, aber prinzipiell unlösbaren Unvollkommenheit wird aber doch bereits jetzt ein raum- ordnungs-, naturschutz- und tourismuspolitisch interpretierbares Gesamtbild umrissen.“
Die Studie „Skigebiete der Alpen: landschaftsökologische Bilanz, Perspektiven für die Renaturierung“ wurde im Jahrbuch 2016/2017 des Vereins zum Schutz der Bergwelt publiziert. Hier zur Pressemittteilung, zum dazugehörigen Foto, zur Studie und zur Zusammenfassung der Studie. (13.03.2017)

Beteiligungsverfahren zur Änderung des Alpenplans läuft!

Der Ministerrat hat am 7. Februar 2017 die Durchführung einer Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) beschlossen. Danach soll die Zonierung des Alpenplans am Riedberger Horn geändert werden. Die Naturschutzverbände sind über das Verfahren und das Ignorieren einer überwältigenden Mehrheit – 91 % der bayerischen Bevölkerung sprechen sich für den uneingeschränkten Erhalt des Alpenplans aus – entsetzt. Wie CIPRA Deutschland und andere Naturschutzverbände wird der VzSB seine strikte Ablehnung der Teilfortschreibung im Rahmen des Anhörungsverfahrens zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus besteht für jedermann bis zum 22. März 2017 die Möglichkeit zur Äußerung gegenüber dem Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Wir haben einen Musterbrief vorbereitet. Weitere Informationen zur Anhörung und zum Wortlaut der geplanten Änderung des Alpenplans finden Sie auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: https://www.landesentwicklungbayern.de/teilfortschreibung-lep/
Die Pressemitteilung der CIPRA Deutschland sehen Sie hier (23.2.2017)

Dankschreiben aus dem Vatikan

Unser aktuelles Jahrbuch 2016/17 enthält einen sehr lesenswerten Beitrag von Prof. Dr. Markus Vogt zu Laudato si´, der ersten Umweltenzyklika der katholischen Kirche. Unser langjähriges Mitglied Benedikt XVI., Papst emeritus, hat mit dem angefügten Dankschreiben auf die Zusendung des Jahrbuches reagiert. Über dieses außergewöhnliche Zeichen der Verbundenheit haben wir uns sehr gefreut. (9.2.2017)

Gemeinderatsbeschlüsse zur Skierschließung am Riedberger Horn unwirksam

Ein am 23. Januar der Öffentlichkeit vorgestelltes Rechtsgutachten, das der renommierte Jurist Prof. Dr. Gerrit Manssen (Universität Regensburg) im Auftrag der Gesellschaft für ökologische Forschung angefertigt hat, verneint die Wirksamkeit der Gemeinderatsbeschlüsse, auf denen die Planung der Skischaukel am Riedberger Horn in der Ruhezone C des Bayerischen Alpenplanes basiert. Mitglieder der Gemeinderäte von Balderschwang und Obermaiselstein sowie der Obermaiselsteiner Bürgermeister sind gleichzeitig Gesellschafter der OHG, die als Betreibergesellschaft der geplanten Skischaukel vorgesehen ist. Fünf von neun Gemeinderatsmitgliedern von Obermaiselstein sind daher nicht stimmberechtigt gewesen, als 2014 über den Teilflächennutzungsplan „Verbindungsbahn Grasgehren-Balderschwang“ abgestimmt wurde. Mit nur noch vier verbleibenden Stimmberechtigten ist der Obermaiselsteiner Gemeinderat nach der Bayerischen Gemeindeordnung nicht mehr zu Angelegenheiten der Skischaukel beschlussfähig, da „die Mehrheit der Stimmberechtigten stimmberechtigt sein muss“. Die kommunale Rechtsaufsicht soll nun aufgefordert werden, dazu baldmöglichst Stellung zu nehmen. (23.01.2017)

Rechtsgutachten von Prof. Dr. Gerrit Manssen
CIPRA - Pressemitteilung vom 23.1.2017

https://www.br.de/nachrichten/rechtsgutachten-beschluesse-riedberger-horn-100.html


Pressekonferenz in München zur Vorstellung des Manssen-Gutachtens; v.l.n.r. R.Mergner (BN), Dr. W.Zängl (GÖF), Prof. Dr. G. Manssen, E.Rothgang (CIPRA Deutschland), C.Himmighoffen (VzSB), R. Erlacher (DAV), H.Beran (LBV) und Pressevertreter. (Foto K. Lintzmeyer)